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Aktualisiert: 18:15 | 16. August 2018

Ziehen Robert Mundt und Cengiz Ehliz über die weeCONOMY AG oder die COOINX S.A. an einem Strang?

  • geschrieben von Stephan Kraus
  • Freigegeben in Finanzen
Cengiz Ehliz und Tilmann Meuser von weeCONOMY Quelle: Facebook Werbung für weeCONOMY vom 23. Mai 2018 im Olympiapark München Cengiz Ehliz und Tilmann Meuser von weeCONOMY

Kreuzlingen – Im Juli 2004 trat die FlexStrom GmbH als unabhängiger Stromdiscounter in den Strommarkt ein und gründete im Juni 2006 die Tochtergesellschaft FlexGas GmbH. Im Oktober 2008 wurde die FlexStrom GmbH in die nicht-börsennotierte FlexStrom AG umgewandelt. Laut dem „Strom-Magazin“ belieferte der mittelständische Stromanbieter im Dezember 2011 über 400.000 Kunden.Die Unternehmensgründer Thomas und Robert Mundt besaßen zwischenzeitlich knapp 90 Prozent der Anteile. Der Unternehmensverbund war 2012 mit etwa 550.000 Kunden einer der größten unabhängigen Strom- und Gasanbieter Deutschlands. Zu FlexStrom gehörten die Marken ÖkoFlex, Löwenzahn Energie und Optimalgrün sowie FlexGas. Im April 2013 meldeten FlexStrom und die Tochtergesellschaften Optimalgrün und Löwenzahn Energie Insolvenz an, etwas später folgte FlexGas. Im Juli 2013 wurden die Insolvenzverfahren eröffnet.Das „Handelsblatt“ schrieb über FlexStrom: „Der Name prangte an einem sechsstöckigen Stein-Stahl-Glas-Gebäude im Zentrum von Berlin. In seiner Kundendatei steckten 835.000 Namen. Ende 2012 wollte sich FlexStrom am Kapitalmarkt 35 bis 50 Millionen Euro leihen. Fünf Monate später war das Unternehmen pleite.“

Seitdem gilt Robert Mundt, der Gründer und ehemalige Großaktionär des wichtigsten Billigstromanbieters Deutschlands, als schillernd-tragische Figur der neueren deutschen Wirtschaftsgeschichte. Wer im umkämpften Strommarkt ein derart schnell wachsendes und zunächst erfolgreiches Großunternehmen aufgebaut hat, besitzt fraglos Kämpferqualitäten und lässt sich deshalb auch von einer Insolvenz nicht unterkriegen. Und so zeigte sich Robert Mundt schon bald als unternehmerisches Stehaufmännchen.

Immer wieder machte das Gerücht die Runde, dass er einer der Hintermänner des international erfolgreichen Cashback-Unternehmens weeCONOMY AG sei. Beim Mobil-Payment-System „wee“ der im schweizerischen Kreuzlingen ansässigen Aktiengesellschaft geht es nicht wie bei altmodischen Bezahlsystemen um das bloße Sammeln von Rabatten, sondern um eine Geld-zurück-Option für das eigene Girokonto. Ein Cashback-System (englisch für „Geld zurück“) bezeichnet ein Bonusprogramm, das sich von klassischen Rabattmodellen wie DeutschlandCard und Payback darin unterscheidet, dass Rabattpunkte nicht nur für weitere Einkäufe verwendet werden können, sondern direkt als Geldbetrag ausgewiesen und dem Kundenkonto gutgeschrieben werden.

Beim Einkauf mit der weeCard oder weeApp beim örtlichen Händler und beim Online-Shoppen im Portal wee.com sammelt der Kunde zunächst einmal seine „wee“-Punkte. Ein „wee“ entspricht in Europa praktischerweise einem Euro. Unter den etwa 1.000 angeschlossenen Online-Shops finden sich auch Discounter wie Saturn und Lidl, der Pay-TV-Anbieter Sky und die Reise-Portale Ab-in-den-Urlaub.de, Hotel.de und fluege.de. Nutzer der weeCard erhalten dann Rabatte von bis zu 10 Prozent, die als „wee“ auf dem eigenen Konto verbucht werden. Bei diesem innovativen Cashback-Modell profitieren nicht nur die Konsumenten online wie offline. Auch der vielerorts stagnierende Einzelhandel verzeichnet in den Regionen mit angeschlossenem „wee“-System deutliche Umsatzimpulse. Die in das Mobil-Payment-System integrierten Bäcker, Metzger, Friseure und Boutique-Betreiber bekommen über die weeApp ein eigenes E-Business mit festem Promotionsprogramm zur Verfügung gestellt und können so neue Kunden akquirieren.

Gründer und Mehrheitsaktionär der weeCONOMY AG ist der gebürtige Bad Tölzer Cengiz Ehliz. Der gewiefte Unternehmer mit türkischen Wurzeln erklärt recht unbescheiden: „Meine Vision ist es, dass der Verbraucher weltweit nur noch eine Plastikkarte in seiner Geldbörse trägt und damit bezahlt. Einzige Alternative – mit der App im Smartphone einkaufen. Und natürlich sollten das die weeCard und die weeApp sein. Denn damit lässt sich gleichermaßen Geld sparen und verdienen.“ Der 47-Jährige wischt Bedenken beiseite und verweist auf die ungebremste Digitalisierungsdynamik, die auch die Bezahlsysteme erfasst habe: „Vor 40 Jahren, als die ersten Kreditkarten bei uns eingeführt wurden, hat die Mehrheit der Bevölkerung, die Politik und die Wirtschaft dies als aberwitzig tituliert. Heute ist das Online-Shopping durchweg normal. Wobei sich hier das Konsumentenverhalten stark verändert. Vor zwei Jahren erfolgten nur acht Prozent der Online-Einkäufe mit dem Smartphone, heute sind es bereits 14 Prozent. China, Japan und die USA befeuern diesen weltweiten Trend. Paypal oder vergleichbare Anbieter sind mit 41 Prozent die beliebteste Bezahlmethode, gefolgt von der Kreditkarte mit 31 Prozent.“

Auf einem Internetportal, das dem früheren wee-Topmanager Rudolf Engelsberger zuzurechnen ist, wird kolportiert, dass Robert Mundt seit Mitte 2015 an verschiedenen Sitzungen und Veranstaltungen der weeCONOMY AG teilgenommen habe, zum Beispiel an der „Tölzer Winterwiesn“ im November 2017 und an der tags darauf stattfindenden weeCONVENTION. Dass der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) dort ein Gastreferat über die Chancen der digitalen Welt hielt, könnte in der Tat auf die guten Kontakte Mundts zurückzuführen sein. Aber auch Cengiz Ehliz und Tilmann Meuser, PR-Chef der weeCONOMY, gelten als gut vernetzt.

Es heißt im vertraulichen Flurfunk der weeCONOMY in München, dass der frühere FlexStrom-Chef Robert Mundt mit seiner unternehmerischen Expertise den Cashback-Anbieter als werthaltigen Konzern an der Pariser Börse etablieren soll. Klingt spannend!

Cengiz Ehliz arbeitet – mit oder ohne Robert Mundt – aber nicht nur an der Popularisierung der Aktien der weeCONOMY AG, sondern auch an der Schöpfung einer neuen Digitalwährung. In Zusammenarbeit mit der Luxemburger COOINX S.A. will der E-Commerce-Profi so den weltweiten Transaktionsfluss beim Online-Shopping optimieren.

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