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Aktualisiert: 14:57 | 19. March 2020

Asylpolitik - Zahl der Asylantragsteller 2014 um fast ein Fünftel gestiegen

  • geschrieben von Susanne Hagel
  • Freigegeben in Politik
Asylpolitik - Zahl der Asylantragsteller 2014 um fast ein Fünftel gestiegen Quelle: bamf.de

Berlin - Die Zahl der Asylantragsteller, die in Deutschland leben, ist im vergangenen Jahr um 130.000 Personen auf rund 629.000 Menschen angestiegen.

Wie die Bundesregierung auf Anfrage der Linksfraktion im Bundestag mitteilte, seien darunter lediglich 338.000 anerkannte Flüchtlinge, denen politisches Asyl nach geltendem Recht gewährt worden ist. Im Vergleich zum Vorjahr 2013 stieg die Zahl um rund 44.000 Menschen.

Weitere 291.000 und somit 86.000 mehr als im Jahr davor seien Asylsuchende, deren Anträge derzeit bearbeitet werden, und Geduldete.

Unter letzteren, die vor allem aus dem ehemaligen Jugoslawien, dem Irak oder Russland kommen, versteht man Menschen, deren Asylantrag abgelehnt worden ist und die somit ausreisepflichtig sind, die allerdings aus unterschiedlichen Gründen zunächst nicht abgeschoben werden. Im Vergleich zu 2013 erhöhte sich die Zahl der Geduldeten von 94.500 Personen auf 113.000 Ausreisepflichtige. Darunter 31.245 Personen, die bereits länger als sechs Jahre in Deutschland leben, 23.154 Geduldete leben bereits seit über zehn Jahren hier, 11.254 weitere Menschen haben seit über fünfzehn Jahren den Status der Geduldeten.

Der Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) will künftig dieser Personengruppe, die geduldet seit mindestens sechs Jahren hier leben, eine Arbeitserlaubnis erteilen. Voraussetzung dafür seien gute Deutschkenntnisse, dass sie sich integriert haben und ihren Lebensunterhalt überwiegend selbst bestreiten könnten.

Ulla Jelpke, die Innenexpertin der Linksfraktion, erklärte angesichts der Zahlen, dass von einer Überlastung keine Rede sein könne. Die 630.000 Flüchtlinge entsprächen nicht einmal einem Prozent der deutschen Bevölkerung und seien „weitaus weniger als zum Beispiel vor siebzehn Jahren, als es noch über eine Million Menschen waren.“

Die linke Politikerin kritisierte, „dass die Zahl der Menschen, deren Aufenthalt seit mehr als zehn, zwölf oder sogar fünfzehn Jahren nur geduldet wird, immer noch steigt“. „Es zeigt das Versagen der bisherigen Bleiberechtsregelungen. Hier muss endlich eine wirklich großzügige Lösung gefunden werden. Das übliche bürokratische Klein-Klein ist angesichts solcher Aufenthaltsdauern einfach unerträglich.“

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge veröffentlichte unterdessen eine Statistik, nach der der überwiegende Teil der Asylbewerber jung und männlich sei. So waren 66,6 Prozent aller Antragsteller im vergangenen Jahr Männer – eine weitere Steigerung des Trends, der sich bereits in den Vorjahren zeigte (2013: 63,4 Prozent, 2012: 61,8 Prozent). Zieht man von diesem Wert noch alle Kinder und Jugendlichen bis sechzehn Jahre ab, liegt der Anteil der Männer im Alter von achtzehn bis 35 Jahren bei 74,6 Prozent. Diese Altersgruppe stellt knapp die Hälfte aller Antragsteller (49,5 Prozent im Jahr 2014).

Letzte Änderung amFreitag, 13 Februar 2015 01:56
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