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Aktualisiert: 22:34 | 20. January 2021

Bundeswehr soll sich im Nordirak stärker engagieren

  • geschrieben von Torsten Müller
  • Freigegeben in Politik
Bundeswehr soll sich im Nordirak stärker engagieren Quelle: Bundeswehr

Berlin - Obwohl die Bundeswehr in den letzten Wochen fast ausschließlich aufgrund von Materialmängeln und der Verletzung von Truppenregularien Schlagzeilen machte, hat die in massiver Kritik stehende Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) offenbar vor, das Engagement im Norden Iraks auszuweiten. Die Ausweitung des deutschen Engagements geht offenbar auf Druck seitens der US-Regierung zurück. So wird beispielsweise der Aufbau eines Ausbildungszentrums in der kurdischen Stadt Erbil ins Auge gefasst.

Ebenso werden die Beteiligung am Training der von Bagdad geführten irakischen Streitkräfte sowie die Entsendung weiterer Offiziere in Führungsstäbe geprüft. Vor einigen Tagen hatten sich bereits Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundeaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Ursula von der Leyen über die Pläne angestimmt, worüber sie nun den Verteidigungsausschuss des Bundestags informierte.

Derzeit sind schon 13 Bundeswehrsoldaten in Erbil stationiert, darunter auch Fallschirmjäger zur Ausbildung. Deutschland hat bereits Waffen an kurdische Peschmerga-Kämpfer geliefert und weist diese derzeit in deren Gebrauch ein. Erst kürzlich ist bekannt geworden, dass kurdische Peschmerga-Soldaten nicht nur im Irak, sondern auch im bayrischen Hammelburg trainiert werden.

In dem geplanten Ausbildungszentrum sollen neben Kurden auch Christen und Jesiden ausgebildet werden. Insgesamt sollen acht bis zwölf Ausbildungszentren errichtet werden, wovon Deutschland eins stellen soll. Auch ist geplant, dass sich Deutschland an einem weiteren Ausbildungszentrum im Irak oder einem Drittstaat beteiligt.

Darüber hinaus ist angedacht, dass die deutsche Beteiligung an den Führungsstäben im Irak ausgeweitet wird. Derzeit sind zwei Verbindungsoffiziere in Tampa/Florida stationiert, die dort an den Beratungen des Führungsstabs teilnehmen. Künftig soll ein Hauptquartier im Irak oder in Jordanien errichtet werden, an welchem Deutschland sich stärker als bisher beteiligen soll.

Die Bundeswehr schickt desweiteren ein Ärzteteam in den Nordirak, das sich dort um Schwerverletzte kümmern soll.

Angesichts der offenkundigen Überlastung deutscher Soldaten und der Engpässe beim Kriegsgerät ist fraglich, ob es so sinnvoll ist, dass Deutschland sein militärisches Engagement noch ausweitet. Bis heute hat sich die Bundesregierung noch nicht auf den Umgang mit ausreisewilligen Dschihadisten und auf Maßnahmen zum Schutz der eigenen Bevölkerung einigen können. Obwohl das eigentlich Vorrang haben sollte.

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