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Aktualisiert: 14:57 | 19. March 2020

Deutschland schickt Soldaten in den Irak

  • geschrieben von Herbert Mayer
  • Freigegeben in Politik
Deutschland schickt Soldaten in den Irak Quelle: Bundeswehr

Berlin - Zusätzlich zu den geplanten Waffenlieferungen werden nun auch deutsche Soldaten – vorerst nur sechs Mann – in den Nordirak geschickt. Sie sollen offiziellen Verlautbarungen zufolge vorerst auch nicht für Kampfeinsätze zur Verfügung stehen. Ihr Auftrag beschränkt sich auf die Koordination der weiteren Hilfen in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt. Auch sollen sie Schutzwesten und Helme verteilen.

Die Bundeswehr habe am Generalkonsulat in Erbil ein militärisches Verbindungselement eingerichtet. Konkret seien die sechs Bundeswehrsoldaten dafür zuständig, zivile Hilfsgüter und militärische Rüstungsgüter zu verteilen. Auch stehen sie in enger Kooperation mit der irakischen Regierung sowie der kurdischen Regionalregierung.

Bisher beteiligt sich die Bundeswehr nicht an den US-Luftschlägen im Irak. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat allerdings nicht ausgeschlossen, dass die Bundeswehr sich danach an Blauhelmeinsätzen beteiligt.

Es ist richtig, dass die Taten der Anhänger des Islamischen Staates (IS) schrecklich sind. Aber es muss immer wieder betont werden, dass die USA es waren, die die Region erst so weit destabilisiert haben, dass diese Terrormilizen dort wüten können, wie sie wollen. Auch muss gefragt werden, ob nicht durch verstärkte Einsätze Deutschlands auch hierzulande die Terrorgefahr steigt. Nicht wenige IS-Anhänger und Salafisten leben in Deutschland.

Schon bei den Waffenlieferungen besteht die große Gefahr, dass deutsche Waffen entweder in falsche Hände gelangen oder aber letztlich in einem Folgekrieg zum Einsatz kommen. Die Gefahr der Entsendung deutscher Soldaten ist ähnlich wie die in Afghanistan. Die US-Luftwaffe bombardiert alles kurz und klein, wir Deutsche sollen am Ende die Kastanien aus dem Feuer holen und jahrelang Aufbauarbeit leisten. Bis es zum nächsten Konflikt kommt.

Auch muss die Doppelmoral deutscher Außenpolitik bemerkt werden. Man bekämpft zwar derzeit gerne die bösen Islamisten im Irak, aber zeitgleich hat man nichts dagegen, mit den Finanziers eben dieser Islamisten, beispielsweise Scheichs im Katar, Handel zu treiben. Auch das Königshaus in Saudi-Arabien, immerhin Handelspartner sowohl der USA als auch Deutschlands, unterdrückt so genannte Ungläubige und finanziert Islamisten.

Darüber hinaus ist bemerkenswert, welchen Zungenschlag die Debatte um deutsche Auslandseinsätze mittlerweile bekommen hat. Wer gegen eine deutsche Kriegsbeteiligung ist, wird da schnell zum Sympathisanten mordender Moslems erklärt.

Letzte Änderung amMontag, 01 September 2014 15:40
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