Log in
Aktualisiert: 14:57 | 19. March 2020

DGB-Studie - Deutschland ist bei der Bildung sozial gespalten

  • geschrieben von Torsten Müller
  • Freigegeben in Politik
DGB-Studie - Deutschland ist bei der Bildung sozial gespalten Quelle: dgb.de

Berlin - Eine kürzlich veröffentlichte Erhebung des Bildungsforschers Klaus Klemm im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) hat ergeben, dass sowohl der Bund als auch die Länder ihre vor sechs Jahren gesteckten Ziele nicht erreicht haben. Auch seien 13,8 Prozent der Erwachsenen ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Die stellvertretende Vorsitzende des DGB, Elke Hannack leitet aus der Studie ab, dass Deutschland bei der Bildung sozial gespalten ist. Daraufhin forderte sie einen neuen Bildungsgipfel. Hannack dazu wörtlich: „Bund, Länder und Kommunen müssen zusammen mit den Sozialpartnern eine neue gemeinsame Bildungsstrategie vereinbaren.“  Damit soll die Arbeit des Bildungsgipfels, der vor gut sechs Jahren von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder durchgeführt wurde, fortgesetzt werden. Hannack stellt weiterhin fest, dass es „zu viele Bildungsverlierer“ gebe. Hannack weiter: „Diesen Menschen droht ein Leben in prekären Verhältnissen, die meisten von ihnen werden kaum ihren eigenen Lebensunterhalt verdienen können.“

Damals wurde die Bildungsrepublik Deutschland ausgerufen. Doch nun wurde von den Autoren der aktuellen Bildungsstudie aufgezeigt: „Die hohen Zahlen der Jugendlichen ohne Schulabschluss und der jungen Menschen ohne Berufsabschluss bleiben ein zentrales Problem in unserem Bildungswesen. Das deutsche Bildungssystem ist - auch im internationalen Vergleich – unterfinanziert.“ Die DGB-Vizevorsitzende Hannack weiter: „Wir müssen auch die zahllosen Warteschleifen im Übergang von der Schule in die Ausbildung abbauen und das Nachholen von Schul- und Berufsabschlüssen fördern.“

Die Schulabbrecherquote ist noch immer deutlich höher als vor sechs Jahren auf dem Bildungsgipfel versprochen wurde. Im Jahr 2013 lag die Zahl der Jugendlichen ohne irgendeinen Abschluss bei 5,7 Prozent. Angestrebt wurde, die Quote von acht auf vier Prozent zu senken. Man könne nicht erwarten, dass die angestrebte Marke noch in diesem Jahr erreicht werde.

Beim Bildungsgipfel vor sechs Jahren wurde ein Anteil der Erwachsenen ohne abgeschlossene Berufsausbildung in Höhe von 17 Prozent konstatiert. Mittlerweile ist er zwar auf 13,8 Prozent gesunken, aber das Ziel, den Anteil auf acht Prozent zu reduzieren, wurde klar verfehlt.

Der Bildungsforscher Klemm hält auch fest, dass die Zahl der Studienanfänger insgesamt zwar gestiegen sei, aber die soziale Chancengleichheit nicht zugenommen habe. So belegen die Zahlen, dass „unter den Studierenden nur 27 Prozent aus Familien stammen, in denen die Eltern eine Lehre beziehungsweise Facharbeiterausbildung haben, während 50 Prozent aus Familien kommen, in denen die Eltern einen Hochschulabschluss erworben haben.“

Letzte Änderung amFreitag, 09 Januar 2015 21:29
Mostly Cloudy

2°C

Frankfurt

Mostly Cloudy

Humidity: 83%

Wind: 11.27 km/h

  • Mostly Cloudy
    03 Jan 2019 3°C -1°C
  • Cloudy
    04 Jan 2019 4°C 1°C