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Aktualisiert: 20:04 | 9. November 2020

Hermann Gröhe und Gerd Müller bereisen Afrika - Kein Konzept gegen Ebola!

  • geschrieben von Torsten Müller
  • Freigegeben in Politik
Ebolavirus Quelle: wikipedia.org Ebolavirus

Berlin - Die Medien berichten längst nicht mehr über Ebola. Der Skandal ist vorüber, doch das Sterben geht weiter. Allwöchentlich infizieren sich weitere 100 bis 150 Menschen in Guinea und Sierra Leone. Insgesamt sind bisher offiziell 25.000 Menschen erkrankt, 10.000 sind der Krankheit erlegen. Und auch die Gefahr in Deutschland war und ist nicht gebannt.

Nun reisen Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) und Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) nach Afrika, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Sie wollen dort eigenen Angaben zufolge vor allem über den Wiederaufbau nach der Ebola-Epidemie sprechen. Auch auf dem G7-Gipfel im Juni soll es um Maßnahmen zur Prävention von Epidemien gehen. Ähnlich wie beim Ausbruch der Epidemie klingt alles bisher nur nach blindem Aktionismus, konkrete Maßnahmen sind bisher nicht bekannt.

Die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ sieht das Verhalten der Bundesregierung als sehr kritikwürdig an. Sie habe bei Ausbruch der Krise zu langsam reagiert und bis heute offenbar noch nichts dazugelernt. Der Chef der deutschen Sektion, Tankred Stöbe sagte dazu: „Ich hatte es nicht für möglich gehalten, dass Hilfe aus Deutschland so spät und schleppend anlaufen würde.“ Die Hilfen in Höhe von insgesamt 162 Millionen Euro wurden zu wenig zielgenau eingesetzt. Stöbe weist auf die vertanen Möglichkeiten hin: „Hunderte, wenn nicht Tausende Ebola-Tote hätten verhindert werden können, hätte die internationale Staatengemeinschaft früher und umfangreicher reagiert.“

Stöbe war auch selbst in Sierre Leone vor Ort und zieht folgendes Fazit: „Wir haben seit März 2014 Alarm geschlagen, dass hier eine tödliche Epidemie außer Kontrolle ist. Aber es war, als ob wir in die Wüste rufen. Uns wurde interessiert zugehört, aber kaum etwas geschah.“ Ein erstes Aufwachen bei der deutschen Bundesregierung habe es erst gegeben, als die Möglichkeit bekannt wurde, dass durch Touristen, Asylbewerber oder zurückkehrende Helfer die tödliche Seuche auch nach Deutschland gelangen könne. Stöbe dazu weiter: „Dann dauerte es noch von September bis November 2014, ehe Kranke in Westafrika mit deutscher Hilfe versorgt werden konnten. Nötig gewesen wäre eine schnellere und flexiblere Hilfe – dort, wo neue Ebola-Infektionsherde gerade ausgemacht werden.“

Nicht nur Müller und Gröhe müssen sich in ihrem Amtsbereich mit Ebola beschäftigen, auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU)  haben sich damit auseinandersetzen müssen. Doch alle eint, dass für die nächste Krise wiederum keinerlei Vorbereitungen getroffen wurden.

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