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Aktualisiert: 14:57 | 19. March 2020

ifo-Institut veröffentlicht Studie - Zuwanderung ist ein Verlustgeschäft

  • geschrieben von Torsten Müller
  • Freigegeben in Politik
Prof. Dr. Hans-Werner Sinn Prof. Dr. Hans-Werner Sinn

München - Nicht erst seit der ehemaligen Bundesintegrationsbeauftragten Maria Böhmer (CDU) wird man im politischen Berlin nicht müde zu betonen, dass Zuwanderer ja eine Bereicherung für uns alle seien. Böhmer sagte in diesem Zusammenhang konkret: „Die 2,7 Millionen Menschen aus türkischen Familien, die in Deutschland leben, gehören zu uns, sie sind ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft. Diese Menschen mit ihrer vielfältigen Kultur, ihrer Herzlichkeit und ihrer Lebensfreude sind eine Bereicherung für uns alle.“ Einmal abgesehen davon, dass die Zahl längst nicht mehr der Realität entspricht, sucht man nach Merkmalen dieser Bereicherung vergeblich. Oder sollen islamische Parallelgesellschaften sowie türkische Jugendbanden und Intensivstraftäter tatsächlich als „Bereicherung“ wahrgenommen werden?

Bisher hielt sich aber zumindest die These hartnäckig, dass Zuwanderung uns Deutschen zumindest finanziell und fiskalisch von Nutzen sei. Der Wirtschaftswissenschaftler Hans-Werner Sinn räumte mit diesem Märchen nun auf. Sinn, der Chef des ifo-Instituts ist, wirft der Bundesregierung in Sachsen Zuwanderung schwere Versäumnisse vor. Sinn dazu wörtlich: „So wie die Migration derzeit läuft, läuft sie falsch.“

Problematisch sei vor allem, dass Deutschland nach den USA zwar die meisten Zuwanderer bei sich aufnehme, was die Qualifikation der Zuwanderung allerdings betrifft, sich auf einem der letzten Plätze befindet. Dies habe wiederum zur Folge, dass Zuwanderung nicht als Bereicherung, sondern zunehmend als finanzielle Belastung verstanden werden müsse. Das ifo-Institut kommt in seiner Berechnung auf eine „fiskalische Nettobilanz je Migrant von minus 1800 Euro im Jahr“. Im Durchschnitt kostet also ein Zuwanderer 1.800 Euro pro Jahr mehr als er einbringt. Das ifo-Institut berechnete dies auf der Basis einer aktuellen Bertelsmann-Studie, welche es durch nicht berücksichtigte Ausgaben ergänzte. Auch die Bertelsmann-Studie kam schon auf ein „Finanzierungsdefizit“ in Höhe von 79.100 Euro pro Migrant über die gesamte Zeit.

Sinn kritisierte in diesem Zusammenhang sowohl Politik als auch die Medien, die aufgrund der Bertelsmann-Studie dennoch von „Milliarden-Gewinnen durch Zuwanderung“ ausgingen. Sinn forderte in diesem Kontext: „Angesichts dieser Verhältnisse sollte nun endlich eine ideologiefreie und nicht vom Streben nach politischer Korrektheit getriebene Debatte über die Migrationspolitik beginnen.“

Der renommierte Ökonom sprach sich im selben Atemzug für „eine fundamentale und radikale Änderung der verzerrenden Anreizstrukturen im Steuer- und Rentenrecht zugunsten von Familien mit Kindern“ aus. Am Aufkommen der PEGIDA-Bewegung macht Sinn fest, dass die Bereitschaft der Bürger, immer höhere Flüchtlingszahlen hinzunehmen, begrenzt sei.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

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