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Aktualisiert: 20:04 | 9. November 2020

Klausuren verschludert - Armin Laschet gibt Lehrtätigkeit auf

  • geschrieben von Susanne Hagel
  • Freigegeben in Politik
Armin Laschet © CDU Nordrhein-Westfalen Armin Laschet

Düsseldorf - Dem Vorsitzenden der CDU in Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet sind Klausuren seiner Studenten abhanden gekommen. Statt eine Wiederholungsklausur anzusetzen, vergab der CDU-Politiker Noten, die er angeblich anhand seines Monate zurückliegenden Seminars erstellt hatte. Weil dadurch auch Studenten benotet wurden, die nicht mitgeschrieben hatten, kam das Malheur heraus.

Für Laschet wird der Vorfall nun unangenehm: Vor allem SPD und Grüne kritisieren das Fehlverhalten des CDU-Politikers und auch aus den eigenen Reihen erhält der Partei- und Fraktionsvorsitzende der CDU in NRW Kritik.

Neben seiner Rolle als Parteichef in NRW und seiner Lehrtätigkeit an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen, wo er seit fast zwanzig Jahren als Lehrbeauftragter tätig ist, bekleidet Laschet auch noch das Amt des stellvertretenden CDU-Bundesvorsitzenden und ist Mitglied der Vollversammlung des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken. Zu viel meine einige.

Seine Studenten des Seminars „Die Europapolitik der Berliner Republik“ liess er zunächst monatelang auf die Noten ihrer Klausur warten. Schließlich erklärte er ihnen, sie seien nach der Korrektur auf dem Postweg zurück zur Uni abhanden gekommen. Um den Studenten nach so langer Zeit eine Wiederholungsklausur zu ersparen, habe sich der CDU-Politiker in Absprache mit der Studiengangsleitung entschlossen, die Noten anhand seiner Notizen aus dem Seminar zu „rekonstruieren“. Das schlechteste Ergebnis lag bei 2,4. Problematisch war daran nur, dass dadurch auch Studenten, die gar nicht mitgeschrieben hatten, benotet worden. Als diese sich wunderten, wandte sich Laschet in einem Brief Ende März an die Seminarteilnehmer und klärte sie über die Vorkommnisse  auf.

„Da die Klausuren gut ausgefallen waren, erschien uns einen Neuansetzung mit großem Abstand zum Seminar als keine gute, faire und sachgerechte Lösung“, hiess es darin. Er bot jedoch auch einen Nachschreibtermin an, sollte Bedarf unter den Studenten bestehen. Drei Studenten hätten diesen Wunsch wohl auch kommuniziert und die Wiederholungsklausur absolviert.

Laschet selbst entschuldigte sich bei den Studenten: „Der Verlust der Klausurunterlagen hätte nicht passieren dürfen und dies bedauere ich sehr.“ Als Konsequenz wird er sein Tätigkeit als Lehrbeauftragter in Aachen aufgeben.

Für SPD und Grüne kommt dieser Fauxpas des Herausforderers von Hannelore Kraft (SPD) für die Landtagswahl im Frühjahr 2017 gerade recht. Svenja Schulze (SPD), die Hochschulministerin des Landes forderte die Universität und Laschet auf, die Sachlage eindeutig zu klären. Zudem soll sich der Wissenschaftsausschuss des Landtages mit dem Thema befassen.

„Laschet trickst und täuscht“, erklärte der Fraktionsvorsitzende der SPD, Norbert Römer. „Wer sich so verhält, kann nicht Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen werden.“ Laschet begreife Politik offenbar „ganz allein als Spiel“. Die Grünen monierten: „Wer bei Anderen hohe moralische Standards setzt, muss auch selbst diesen Ansprüchen genügen.

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