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Aktualisiert: 14:57 | 19. March 2020

Manuela Schwesig warnt vor Folgen des Mutterseins

  • geschrieben von Herbert Mayer
  • Freigegeben in Politik
SPD-Hoffnungsträgerin Manuela Schwesig Foto: Susie Knoll/SPD SPD-Hoffnungsträgerin Manuela Schwesig

Berlin - Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) warnt vor den negativen Folgen für Frauen, die ihren Beruf für die Kindererziehung aufgeben. Diese sollten sich bewusst machen, wie sehr sich ihre Situation, finanziell und mit Blick auf einen späteren Wiedereinstieg in den Beruf, verschlechtert. „Wenn Ihr Euch für dieses Modell entscheidet, nehmt Ihr auch handfeste Nachteile in Kauf. Es ist leider so, dass Frauen, die länger aus dem Beruf aussteigen, nur sehr schwer wieder reinkommen. Außerdem beziehen sie nur eine geringe Rente und ihre Unterhaltsansprüche reichen im Falle einer Scheidung oft nicht aus, um die Existenz zu sichern.“ so Schwesig gegenüber dem Focus. Zwar könne sie die Sehnsucht, viel Zeit mit den Kindern zu verbringen, gut nachvollziehen, sie selbst setze sich aber weiterhin vollumfänglich dafür ein, dass ein Nebeneinander von Kindererziehung und Beruf möglich sein müsse. Neben der Forderung das Angebot an Ganztagsschulen zu erhöhen, kündigte sie Initiativen an, damit Mütter wieder leichter von Teilzeit auf Vollzeitstellen wechseln könnten und unterstützt damit die Pläne der Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD), die das Recht auf Rückkehr in Vollzeit verwirklichen will. Mütter dürften nicht ins Abseits gestellt werden. 

Die Bundesfamilienministerin setzt auf ein Modell für eine Familienarbeitszeit von beispielsweise jeweils 32 Stunden pro Elternteil inklusive einem Lohnausgleich. Mütter arbeiteten im Schnitt nur 19 Stunden in der Woche, wollen aber laut Schwesig gern mehr arbeiten, während Väter dagegen zu 96 Prozent in Vollzeit beschäftigt seien und viel lieber weniger arbeiten wollten. „Diese Rush hour des Lebens müssen wir entstressen. Es kann nicht sein, dass Frauen Vollzeit arbeiten, Kinder erziehen, den Haushalt schmeißen und sich um pflegebedürftige Angehörige kümmern.“ Es müsse möglich sein, dass junge Eltern Kinder bekommen und arbeiten gehen. Dazu müsse die Politik die Rahmenbedingungen verbessern. „Ich reagiere mit meiner Politik nur auf die Wünsche junger Eltern: 60 Prozent der jungen Paare mit Kindern unter drei Jahren wollen Jobs und Erziehung gleichberechtigt regeln. Nur 14 Prozent tun es.“

Weiterhin kritisierte Schwesig die Negativwirkung von befristeten Arbeitsverträgen. Dadurch würden viele, gerade junge Paare, die sich Kinder wünschen, lieber noch abwarten bis sich die berufliche Sicherheit in Form eines unbefristeten Vertrages einstellt, statt direkt mit der Familienplanung zu beginnen. „Befristete Jobs wirken wie die Anti-Baby-Pille“, sagte die SPD-Politikerin.

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