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Aktualisiert: 22:55 | 19. October 2017

Nach Übergriffen in Köln: Slowakei lehnt Aufnahme muslimischer Asylanten ab

Robert Fico Quelle: de.wikipedia.org | Government of the Slovak republic | CC BY 2.5 Robert Fico

Bratislawa - Die Slowakei hat sich gegen die Aufnahme muslimischer Asylbewerber ausgesprochen. Wie der slowakische Ministerpräsident Robert Fico erklärte, wolle man damit vermeiden, dass es zu ähnlichen sexuellen Übergriffen kommt wie in Deutschland.

„Multikulti ist eine Fiktion. Sobald man Migranten ins Land lässt, kann man solche Probleme bekommen. Wir wollen nicht, dass so etwas wie in Deutschland in der Slowakei passiert“, erklärte Fico. Er werde mit diesem Schritt verhindern, „dass unsere Frauen auf öffentlichen Plätzen belästigt werden“. Der „einzige Weg, um Risiken auszuschließen“, sei, zu verhindern, dass eine „geschlossene muslimische Gemeinschaft“ in der Slowakei entstehen kann.

Bereits im vergangenen Jahr hatte seine Regierung verkündet, nur christliche Asylbewerber aufzunehmen. Derzeit klagt die Slowakei wie auch Ungarn und Polen vor dem Europäischen Gerichtshof gegen die Quotenregelung zur Verteilung von nahöstlichen und afrikanischen Asylanten, die die EU mittels Mehrheitsvotum verabschiedet hatte.

Fico erklärte zudem, sein Land werde sich künftig nicht mehr an humanitärer Hilfsaktionen der EU beteiligen, sondern die Finanzhilfen nur noch zweckgerichtet für Grenzschutzmaßnahmen zur Verfügung stellen. „Wir werden unsere Finanzhilfen zur Lösung der Migrationskrise klar auf den Schutz der Schengen-Außengrenze orientieren. Wir geben weiterhin Geld, aber wir wollen nicht, dass es zum Beispiel in Lebensmittelfonds landet, sondern bei den Sicherheitsstrukturen, die die Schengen-Außengrenze schützen. Nur so lassen sich die unregulierten Migrationsströme stoppen.“

Polen kündigte unterdessen als Konsequenz auf die Übergriffe in Köln an, aufzunehmende Asylbewerber in Zukunft genauer überprüfen zu wollen, erklärte Piotr Gliński, der stellvertretende polnische Regierungschef.  „Wir wollen Kriegsflüchtlingen helfen – Frauen, Kindern und alten Menschen. Keinen Grund sehen wir dafür, dass sich junge Männer, die Helden der Ereignisse von Köln, in Polen befinden sollten.“ Zuvor hatte bereits seine Chefin Beata Szydło angemahnt: „Was derzeit in Deutschland passiert, zeigt, dass die Probleme ernster sind, als die europäischen Führer leider unvorsichtig glaubten.“

Unterdessen ergab eine Telefonumfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap vom 6. Januar dieses Jahres, rund dreißig Prozent der Deutschen wolle in Zukunft Menschenansammlungen meiden aus Angst vor Gewalttaten durch Migranten. Unter den befragten Frauen gaben das sogar 37 Prozent und somit mehr als ein Drittel an. Insgesamt wurden fünfhundert in Deutschland wahlberechtigte Menschen ab achtzehn Jahren für die Umfrage befragt.

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