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Aktualisiert: 20:02 | 20. April 2019

Neue EU-Lebensmittelinformationsverordnung sorgt für Verwirrung

  • geschrieben von Susanne Hagel
  • Freigegeben in Politik
Lebensmittel Lebensmittel

Berlin - Ab dem 13. Dezember diesen Jahres gilt europaweit die neue Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel. Dann müssen Inhaltsstoffe, die häufig Allergien auslösen, auch bei unverpackt angebotener Ware, wie beispielsweise Kuchen, angegeben werden. Vor allem Verbände sorgten sich, ob die Pflicht zur Kennzeichnung nun auch für ihre auf Festen oder karitativen Veranstaltungen angebotenen Kuchen und Speisen gilt.

Maßgeblich zur Verunsicherung trug der Verbraucherschutzminister von Nordrhein-Westfalen, Johannes Remmel (Grüne), bei, der auf eine diesbezügliche Anfrage der CDU erklärte, die neu in Kraft tretende Lebensmittelinformationsverordnung der EU (LMIV) gelte auch für karitative Veranstaltungen. Der Aufschrei war groß, denn das hieße, dass jeder Kuchen, jedes Gebäck und jede weitere Speise, die auf ihren Weihnachtsmärkten, Basaren oder anderen Festen angeboten werden, gekennzeichnet werden müssten.

Nun ruderte das Verbraucherschutzministerium aber zurück und stellte klar: die LMIV wird nur für Unternehmen gelten. "Wenn jedoch Privatpersonen gelegentlich und im kleinen, lokalen Rahmen Speisen zubereiten, zur Verfügung stellen, servieren oder verkaufen", so seien sie von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen. Damit unterliegen Lebensmittel, die bei Kirchen-, Schul- oder Dorffesten angeboten werden, keiner Kennzeichnungspflicht.

Wie der Bundestagsabgeordnete Christian Haase (CDU) mitteilte, gelte diese Regelung deutschlandweit. "Ich habe mir vom Bundeslandwirtschaftministerium bestätigen lassen, dass "private" Veranstaltungen, darunter auch Feuerwehrfeste oder das Seniorencafé, von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen sind", so der Politiker. "Es werden keine Steine in den Weg von den meist ehrenamtlich organisierten Kuchenbuffets gelegt.“

Auch die EU-Kommission reagierte auf die europaweit einsetzende Sorge und sorgte für Klarheit. Ab dem 13.

Dezember gelten striktere Vorschriften. Davon sei allerdings der gelegentliche Verkauf durch Privatpersonen, wie etwa beim Kuchenbasar im Kindergarten, nicht betroffen.

Was diesmal nur für Verwirrung sorgte, zeigt eines deutlich: nachdem sich die EU bereits mehrfach auf übertriebene und im Nachhinein oft unsinnige Weise in das Privatleben der Bürger hineingedrängt hat, trauen diese ihr alles zu. Man denke an das Glühbirnenverbot, welches uns zwang, unsere Lampen mit Energiesparlampen zu bestücken, deren Licht nicht nur als unangenehm empfunden wurde, sondern, wie beispielsweise Stiftung Ökotest feststellte, aufgrund ihres unnatürlich hohen Blauanteils auch noch gesundheitsschädlich ist. Noch dazu enthielten die neuen "Wunderlampen" auch noch einen hohen Quecksilberanteil, was sie nicht nur bei der Entsorgung zu einem Fall für den Sondermüll machen, sondern für die Otto-Normalverbraucher-Familie einer mittleren Katastrophe gleicht, sollte mal eine zerbrechen. Der Handlungsleitfaden der Verbraucherzentralen liest sich entsprechend abenteuerlich. So solle man sofort den Raum verlassen, mindestens 30 Minuten gut lüften, die Scherben nur mit Handschuhen anfassen und keinesfalls aufsaugen oder -kehren. Der Staubsauger verteile sonst monatelang feinste Quecksilberpartikel in der Luft. Die Scherben sollten stattdessen mit Pappdeckeln zusammengekehrt werden und anschließend in einem Glas mit Schraubverschluss luftdicht verstaut werden. Alles, was mit dem Quecksilber in Kontakt gekommen ist, ist dann automatisch Sondermüll und muss auf den Wertstoffhof. Sollte doch der Staubsauger benutzt worden sein, gehört auch der Staubsaugerbeutel in den Sondermüll, heißt es dort. Man stelle sich dieses Szenario im Kinderzimmer vor.

Immerhin: mittlerweile ist die Gefahr in der Hitze des Gefechts zum Staubsauger zu greifen, gebannt, denn der taugt ohnehin nicht mehr zum Saugen, denn auch ihm hat die EU zum Wohle des sinkenden Stromverbrauchs den Saft abgedreht. Ab Januar kommenden Jahres sorgt die EU dann dafür, dass wir nur noch frischen Kaffee trinken, ob wir wollen oder nicht, denn Kaffeemaschinen mit Warmhaltefunktion verbrauchen ihrer Meinung nach auch zu viel Strom und werden deshalb ebenfalls verboten. Weitere Verbote sind natürlich längst in Planung. Eine Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel, die auch für Privatpersonen gilt, würde wahrlich niemanden verwundern.

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