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Aktualisiert: 20:04 | 9. November 2020

Razzia - Diebesgut im Asylbewerberheim entdeckt

  • geschrieben von Susanne Hagel
  • Freigegeben in Politik
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Chemnitz - Gerne wird die Angst von Bewohnern vor steigender Kriminalität durch Asylbewerber als fremdenfeindliches Vorurteil weggelächelt. Dass es sich dabei aber leider nicht um ein Klischee handelt sondern vielmehr um Fakten, zeigt die jüngste Durchsuchung im Asylheim im sächsischen Zschopau.

Seit März dieses Jahres waren die Einbruchsdelikte rings um Zschopau plötzlich rasant angestiegen: Allein vierzehn Fälle wurden angezeigt. Die Chemnitzer Polizeidirektion bildete deshalb im Juni eine fünfköpfige Ermittlungsgruppe, die die Straftaten aufklären sollten.

Nachdem Zeugen Ende Mai ausgesagt hatten, einige Asylanten des Heimes bei dem Versuch, eine Laube aufzubrechen, gesehen zu haben, wurden vier Kosovaren zwischen neunzehn und 24 Jahren als Tatverdächtige verhaftet.

Schließlich wurde nun auch das komplette Heim auf der Suche nach Drogen, Waffen und Diebesgut durchsucht. Wie die Oberstaatsanwältin Ingrid Burghart erklärte, habe man zwar keine Waffen und Drogen aufgefunden, dafür jedoch umfangreiches Diebesgut. Welchen Einbrüchen die gefundene Beute zuzuordnen ist, muss nun noch geklärt werden.

Wie der Chemnitzer Polizeipräsident Uwe Reißmann erklärte, habe auch Chemnitz mit einer massiv angestiegenen Anzahl an Diebstählen und Straßenkriminalität bei zugleich ansteigendem Anteil ausländischer Tatverdächtiger zu kämpfen. Deshalb habe man seit Mitte Juni eine operative Einsatzgruppe mit speziell ausgebildeten Beamten, die sowohl uniformiert als auch in zivil ermitteln, im Einsatz.

Reißmann forderte zudem ein Ende des Personalabbaus bei der Polizei: „Wir arbeiten längst an der Belastungsgrenze und müssen permanent Polizisten aus dem Streifendienst abziehen“, kritisierte er. Angesichts des deutlichen Kriminalitätsanstiegs innerhalb des ersten halben Jahres sowie der Dauereinsätze in der Chemnitzer Erstaufnahmeeinrichtung für Asylanten benötige die Polizei mehr Personal, wenn die immer häufiger werdenden Einsätze abgesichert werden sollen.

So verzeichnet die Kriminalitätsstatistik des Vorjahres für die Stadt einen Anstieg der Ausländerkriminalität von 32 auf 43 Prozent – etwa die Hälfte der Täter seien Asylbewerber, wie Reißmann bestätigte. Die andere Hälfte habe entweder einen festen Wohnsitz in der Stadt oder gehöre den durchreisenden Diebesbanden an. Innerhalb des letzten Jahres kam es so zu einem Anstieg an gestohlenen Fahrrädern von fünfzehn Prozent im Vergleich zu 2013, einer Zunahme an Drogendelikten um zwanzig Prozent, 13,7 Prozent häufiger wurden Autos aufgebrochen und fünf Prozent mehr Einbrüche im Vergleich zum Vorjahr wurden verzeichnet. Der Ausländeranteil in Chemnitz liegt bei 5,2 Prozent.

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