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Aktualisiert: 12:14 | 19. October 2018

Aras Group DWC LLC erleichtert über Enttarnung des „Gerlachreport“

  • geschrieben von Markus Mahr
  • Freigegeben in Wirtschaft
Aras Group DWC LLC erleichtert über Enttarnung des „Gerlachreport“ BILDQUELLE: PIXABAY.COM | CC0 Creative Commons

Dubai - Die in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten ansässige Aras Group DWC LLC verspricht ihren Kunden maßgeschneiderte Leistungen in den Geschäftsfeldern Beteiligungen, Immobilien, Warenhandel, Unternehmensberatung, Logistik und Investments. Dem international gut vernetzten Unternehmensverbund gehören die Aras Investment and Participation Ltd., die Aras Logistic and Distribution Ltd., die Aras Trading and Services Ltd., die Aras Consulting and Advisory Ltd. und die Aras Properties Ltd. an. Das eigene Leistungsprofil beschreibt man so: „Ein hohes Maß an Flexibilität, interkultureller Kommunikation und Vernetzung ermöglicht dabei einfache Lösungsansätze selbst in komplexen Fällen.“ Anleger und andere Kunden würden von Anfang an grenzüberschreitend und kompetent betreut.

Offensichtliche Erfolgsneider begannen vor etwa zwei Jahren damit, auf selbsternannten Anlegerschutz-Portalen gezielte Falschmeldungen über die Aras Group zu verbreiten. So veröffentlichte ein Leipziger Blogger abenteuerliche Geschichten über sich angeblich geprellt fühlende Aras-Kunden. Aufgrund der unwahren Inhalte seiner Internetbeiträge beantragte die Aras Group im Januar 2017 vor dem Landgericht Leipzig den Erlass einer Einstweiligen Verfügung. Zwei Monate später fand die mündliche Verhandlung statt, bei der man wohl im Rahmen eines gerichtlichen Vergleichs eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgab und sich verpflichtete, eine Vielzahl von unwahren Behauptungen über die Aras Group zu unterlassen. Seitdem ist die Zahl der Negativberichte über das Dubaier Unternehmen merklich zurückgegangen. 

Von den erfolgreichen juristischen Schritten gegen jenen Falschmünzer zeigte sich bis zuletzt ein zwielichtiges Online-Portal namens „Gerlachreport“ unbeeindruckt. In mehreren Artikeln wurden der Aras Group DWC LLC unlautere bis kriminelle Geschäftspraktiken vorgeworfen. Mit Datum vom 8. Oktober 2017 erschien auf der Internetseite beispielsweise ein Beitrag mit der absurden Schlagzeile „Arabische Finanzierungsmafia legt Unternehmen und Unternehmer rein“. 

Kopf des Gerlachreports sei, so glaubt man bei FINANZTEST, ein Rainer von H., der sich über die Jahre ein regelrechtes Abzocker-Netzwerk mit immer neuen Firmen aufgebaut habe, mit dem er Zehntausende deutsche Anleger geschädigt und Unternehmen zu schutzgeldartigen Zahlungen gezwungen haben soll. Für die Geschädigten und Strafverfolger war der seit 2015 in den USA lebende Abzocker und Erpresser bislang nicht zu fassen. Nun hat die Investigativreporterin Ariane Lauenburg im Auftrag der Zeitschrift „Finanztest“ Licht ins Dunkel seiner schwerkriminellen Machenschaften gebracht. In der Ausgabe Nr. 3/2018 des angesehenen Verbrauchermagazins, das zu den drei Marken der Stiftung Warentest gehört, erschien der Artikel „Abzocke, Drohungen, Rufmord: Rainer von H. und der Gerlachreport“. Neben der Abzocke von Privatanlegern gehört seit Oktober 2016 auch eine besondere Form der Schutzgelderpressung zu den Einnahmequellen Rainer von H.. Im Mittelpunkt dieses „Geschäftsmodells“ steht das Internetportal Gerlachreport, das Ende 2016 online ging.

Ariane Lauenburg stellt hierzu fest: „In reißerischer Manier scheint der Gerlachreport auf den ersten Blick Verbraucher, Investoren und Anleger vor unseriösen Geldanlagen zu warnen. Die Autoren werfen häufig Firmen oder ihren Chefs Betrug, Veruntreuung oder andere Straftaten vor. Sie vermischen in ihren Texten wahre Tatsachen mit frei erfundenen Behauptungen. Wehren können sich die Firmen kaum, weil Rainer von H. alias Gerlachreport-Chefredakteur Jan Faber kein Impressum mit einer namentlich verantwortlichen Person und einer ladungsfähigen Anschrift angibt.“ Als Herausgeber werde lediglich eine amerikanische Briefkastenfirma namens Anzago mit Sitz in New York genannt. Von H. biete den Firmen einen Ausweg, um die unliebsamen, ja bösartigen Berichte aus der Welt zu schaffen: Sie müssten nur „PR-Verträge“ mit ihm abschließen und dafür Geld zahlen, und schon würden die negativen Artikel über sie entfernt.

In einer „Finanztest“ vorliegenden E-Mail drohte von H. einer Firmenchefin mit einem „Flur- und Kollateralschaden“, der einem „bundesweiten Erdbeben gleichkommt“, wenn sie nicht sofort zahle. „Dabei werden mit größter Wahrscheinlichkeit sämtliche unternehmerische Strukturen zerschlagen“, hieß es drohend. Auch anderen Unternehmern drohte er bei Zahlungsverweigerung damit, die „interessierte Öffentlichkeit“ zu informieren. „Jetzt wird das Feuer aus allen Rohren eröffnet“, zitiert Ariane Lauenburg aus Nachrichten auf dem Handy eines H.-Opfers. Längst nicht alle erpressten Firmen zahlten, sondern einige erstatteten auch Anzeige.

Bei der Abteilung Cyberkriminalität der Generalstaatsanwaltschaft in Bamberg laufen derzeit alle Verfahren gegen den Betreiber des Gerlachreports wegen Rufschädigung, Beleidigung, Verunglimpfung, übler Nachrede, falscher Tatsachenbehauptungen, Erpressung und Nötigung zusammen. „Um den Ermittlungserfolg nicht zu gefährden“, will sich die Behörde nicht zum Stand der Ermittlungen äußern.

Die Verantwortlichen der Aras Group DWC LLC scheinen sehr erleichtert zu sein, dass der verleumderische Charakter des Gerlachreports und das kriminelle Geschäftsgebaren des Rainer von H. nun publik wurde. Auf seiner Internetseite veröffentlicht das Unternehmen gleich elf Links zu deutschsprachigen Artikeln über den Gerlachreport und die Enthüllungen von „Finanztest“. In Dubai macht man sich berechtigte Hoffnungen, dass die imageschädigende Internet-Hetze gegen das Unternehmen nun aufhört.

Letzte Änderung amDienstag, 27 Februar 2018 19:08
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