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Aktualisiert: 13:11 | 7. August 2017

Dresdner Medizinstudenten sollen lernen, sich verständlich auszudrücken

TU Dresden, Hörsaalzentrum Quelle: TU Dresden TU Dresden, Hörsaalzentrum

Dresden - Wie erst im Juli diesen Jahres in einer Studie der AOK festgestellt worde, versteht ein Großteil der Patienten seinen Arzt nicht. Neben unzureichender Gesundheitskompetenz der Patienten, ist auch die Fachsprache der Ärzte ein häufiges Problem. Die medizinische Fakultät der TU Dresden will das jetzt ändern. In einem zweimonatigen Wahlkurs können nun zwanzig Studenten lernen, sich verständlich auszudrücken. 

"Gut verständliche und verlässliche Informationen sind für viele Menschen das A und O, um die richtigen Entscheidungen für ihre Gesundheit zu fällen" sagte der Chef des AOK-Bundesverbandes, Jürgen Graalmann. In dem bundesweit einmalige Wahlfach "Was hab ich?" wird den Medizinstudenten deshalb die patientengerechte Kommunikation gelehrt. Wie die Geschäftsführerin der gleichnamigen gemeinnützigen GmbH, Anja Bittner, erklärt: "Wir wollen für eine bessere Kommunikation zwischen Patienten und Ärzten sorgen. Damit Patienten nicht mit mehr Fragen als Antworten aus der Klinik oder Arztpraxis kommen. Es geht darum, dass die angehenden Ärzte einerseits selbst die Fachsprache verstehen, aber auch Laien erklären können."

Finanziert wird das Projekt von der Stiftung Hochschulmedizin Dresden und soll künftig jährlich zum Wintersemester angeboten werden. Die Idee basiert auf dem Internetportal "Was hab ich?". Auf diesem können sich seit drei Jahren medizinische Laien ihre ärztlichen Befunde in verständliches Deutsch übersetzen lassen. "Es gibt einen hohen Bedarf danach bei Patienten, und wir haben das Gefühl, dass die Studenten wirklich etwas lernen", so Bittner.

Wie notwendig es ist, dass ein Patient versteht, was der Arzt von ihm möchte, bestätigte sich in der AOK-Studie. Dieser zufolge haben selbst Akademiker Probleme damit, gesundheitsrelevante Informationen zu verstehen. Daraus ergeben sich auch finanziell negative Folgen: bei geringer Kompetenz steigt das Risikoverhalten an. Graalmann forderte deshalb eine Verbesserung der Gesundheitsaufklärung bereits von Kindheit an. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hingegen sieht diesen Ansatz für falsch. Statt die Bevölkerung besser zu schulen, müsse das "Kauderwelsch" der Gesundheitsbranche in verständliche Sprache transferiert werden. Vorstand Eugen Brysch forderte, Medizin- und Pflegeberufe "müssten fit für die Kommunikation vor allem mit alten und bildungsfernen Menschen gemacht werden. Denn Therapie ohne die Information des Patienten ist schwer möglich. So sind Behandlungsfehler vorprogrammiert."

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