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Aktualisiert: 16:57 | 7. July 2019

Frauen in Deutschland werden immer später Mutter

  • geschrieben von Susanne Hagel
  • Freigegeben in Wirtschaft
Frauen in Deutschland werden immer später Mutter Quelle: pixabay.com

Berlin - Jedes fünfte Neugeborene hat eine Mutter, die älter als 35 Jahre ist. Das ergab eine europaweite Studie des Statistikamtes der EU (Eurostat), die das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch veröffentlichte.

Demnach liege Deutschland genau im europäischen Mittel. Der Anteil der Mütter, die 2012 zum Zeitpunkt der Geburt mindestens 35 Jahre und älter waren, habe in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren um knapp vier Prozentpunkte zugenommen. Das Plus aller 28 EU-Ländern lag mit 5,5 Prozentpunkten etwas höher.

Auch in Spanien (34 Prozent), Irland (30 Prozent), Griechenland, Luxemburg, Portugal (je 25 Prozent) und Italien (33 Prozent) wurde dieser Trend registriert. Bedeutend jünger seien hingegen die Mütter in Bulgarien und Rumänien, wo nur zwölf Prozent der Mütter mindestens 35 Jahre alt waren.

Dabei gibt es innerhalb der Bundesrepublik deutliche Unterschiede. Während Thüringerinnen Nachwuchs im Schnitt mit weniger als 30 Jahren bekommen, liegt das Durchschnittsalter der Gebärenden in Baden-Württemberg, Bayern oder Hessen mit über 31 Jahren höher. Die Gründe für die Entwicklung hin zur späteren Geburt seien vielfältig. So stünden mehr Freiheiten und Wahlmöglichkeiten für junge Leute zur Verfügung. Der Druck in der Arbeitswelt hindere vor allem gutverdienende Frauen daran früh Mutter zu werden. Sie geben Ausbildung und Karriere häufig den Vorrang vor der Familienplanung.

Aus medizinischer Sicht ist diese Entwicklung jedoch kritisch zu beurteilen. "Mit zunehmendem Alter der werdenden Mütter wächst das Risiko genetischer Beeinträchtigungen", gibt der Thüringer Landesvorsitzende des Berufsverbandes der Frauenärzte, Peter Kentner, zu Bedenken. Das beste Alter für Frauen um Kinder zu bekommen, liege zwischen 21 und 25 Jahren, danach steige das Risiko vor allem bei Erstgeburten für genetische Defekte an. Auch würde es grundsätzlich mit jedem weiteren Jahr statistisch etwas schwieriger schwanger zu werden. Kentner zieht den Vergleich zur DDR: Damals "zählten Frauen bei einer Erstgeburt spätestens ab 30 zur Risikogruppe der "späten Erstgebärenden". Dahinter stehen nicht nur unterschiedliche Auffassungen, sondern harte medizinische Fakten." Zwar sei die Medizin heute deutlich fortgeschritten, die Fakten blieben jedoch bestehen. Er wünsche sich eine bessere Familienpolitik um den Trend hin zu früheren Geburten zu korrigieren.

Letzte Änderung amFreitag, 19 September 2014 00:15
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