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Aktualisiert: 14:57 | 19. March 2020

Marode Fahrzeuge aus dem Osten werden zur Gefahr auf Europas Straßen

  • geschrieben von Jens Hastreiter
  • Freigegeben in Wirtschaft
Marode Fahrzeuge aus dem Osten werden zur Gefahr auf Europas Straßen Quelle: pixabay.com

Linz - Auf bundesdeutschen und österreichischen Autobahnen werden bei Schwerpunktkontrollen von Lastkraftwagen, Linien- und Reisebussen immer wieder rollende Bomben festgestellt. Im Zuge der Kontrollen zeigt sich, daß eine Vielzahl dieser Fahrzeuge schwerwiegende oder desolate Mängel aufweist.

Die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer wird durch diese schweren nicht verkehrssicheren Fahrzeuge massiv gefährdet. Viele der Fahrzeugruinen, die nicht mehr fahrtauglich sind, kommen ungehindert aus osteuropäischen Ländern, weil keine Grenzkontrollen mehr stattfinden.

Auf der Internetseite von „Mein Bezirk“ wurde ein Beispiel aus Österreich veröffentlicht: „Beamte der Landesverkehrsabteilung Burgenland kontrollierten auf der A4, bei Nickelsdorf Fahrtrichtung Wien, einen rumänischen Reisebus. Neben einer Lenker- und Fahrzeugkontrolle wurde auch der technische Zustand des Fahrzeuges begutachtet. Dabei konnten 41 Mängel am Reisebus und dem angekoppelten Anhänger festgestellt werden. Wegen zehn Mängeln, wie einem Achsbruch und Bremsdefekt, wurde die Weiterfahrt untersagt. Die 30 Fahrgäste und drei Buslenker verblieben bis zur Behebung der technischen Mängel im Reisebus und wurden ebenso dort verpflegt.“

Zu diesem Thema fragte der steirische FPÖ-Nationalratsabgeordnete Walter Rauch die zuständige Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ). Er wollte wissen, wie viele Aufgriffe im Rahmen einer Kfz-rechtlichen Beurteilung mit dem Ergebnis „Gefahr in Verzug“ zu einer Untersagung der Weiterfahrt geführt hatten.

Die Antwort war ernüchternd. Nicht weniger als 62 solcher Fahrzeugruinen hatten so schwerwiegende technische Mängel, daß sie wegen „Gefahr in Verzug" unmittelbar aus dem Verkehr gezogen werden mußten. Wie hoch die Dunkelziffer, also die Zahl der unentdeckten rollenden Bomben ist, kann nicht geschätzt werden und sorgt bei Autofahrern für ein mulmiges Gefühl.

Erst kürzlich zogen Beamte der Autobahnpolizei auf dem Rastplatz Forst Rantzau in Tornesch zwei Lkw aus dem Verkehr, deren technischer Zustand „beklagenswert“ war. Einer davon war ein Gefahrgut-Lkw mit 94 Gasflaschen. Der gesamte Aufbau war durchrostet, und auch die Lenkung wies erhebliche Mängel auf. Außerdem waren zwei Reifen so abgenutzt, daß sie dringend ausgetauscht werden mußten. Die Mängel erwiesen sich als derart gravierend, daß die Beamten dem 49 Jahre alten Fahrer nur noch die Fahrt zur Werkstatt erlaubten. Vorher mußte aus verständlichen Gründen die Ladung umgeladen werden.

Beim zweiten Fahrzeug handelte es sich um einen Lastzug mit Anhänger. Bei der Überprüfung stellte sich heraus, daß beim Anhänger keinerlei Bremswirkung mehr vorhanden war. Sowohl die Handbremse als auch die Auflaufbremse funktionierten nicht. Der Lkw wies außerdem erhebliche Mängel im Bereich der Lenkung und der Karosserie auf, die durchgerostet waren.

Bei der festgestellten Häufigkeit schadhafter Lastkraftwagen und Busse aus ost- und südosteuropäischen Ländern wirkt die neueste Mautstatistik des Kölner Bundesamtes für Güterverkehr nicht gerade beruhigend. Auf deutschen Autobahnen sind demnach immer mehr Lastwagen aus Osteuropa unterwegs. Sie machten 2013 fast ein Viertel (rund 24,4 Prozent) des Mautverkehrs auf deutschen Straßen aus. Mit rund drei Milliarden gefahrenen Kilometern (plus 9,9 Prozent) absolvierten im vergangenen Jahr polnische Lkw die meisten mautpflichtigen Fahrten nach den Deutschen, gefolgt von tschechischen Lkw mit rund einer Milliarde gefahrenen Kilometern. Besonders Lkw aus Bulgarien und Rumänien haben im Vergleich zum Vorjahr mehr Kilometer auf mautpflichtigen Autobahnen zurückgelegt: Bulgarische Laster steigerten ihre Fahrleistungen um 20,2 Prozent auf rund 291 Millionen Kilometer, rumänische um 18,6 Prozent auf 584 Millionen Kilometer.

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