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Aktualisiert: 22:55 | 19. October 2017

Nobelpreis der Medizin für Hirnforschung

Logo der Nobelstiftung Quelle: de.wikipedia.org Logo der Nobelstiftung

Stockholm - Die drei Hirnforscher John O'Keefe (USA/Großbritannien), May-Britt Moser und Edvard Moser (Norwegen) erhalten in diesem Jahr den Nobelpreis für Medizin und Physiologie. Mit der Bekanntgabe dieses Nobelpreises startet die Woche der Verkündungen. Am Dienstag und Mittwoch folgt die Bekanntgabe der begehrten Auszeichnung für Physik und Chemie in Stockholm, am Donnerstag wird der diesjährige Gewinner des Literaturnobelpreises bekannt gegeben, bevor am Freitag der Friedensnobelpreis verliehen wird. Den Abschluss macht die Kategorie Wirtschaftswissenschaft: ihr Preisträger wird in einer Woche verkündet. Die Nobelpreise werden jedes Jahr anlässlich des Todestages von Alfred Nobel am 10. Dezember verliehen und sind mit 8 Millionen schwedischen Kronen (rund 878.000 Euro) dotiert.

Den drei Hirnforschern gelang es herauszufinden, wie unser Orientierungssinn funktioniert. Wie Göran Hansson vom Nobelpreiskomitee mitteilte, entdeckten die Forscher die dafür zuständigen Zellen zuerst in Nagetieren. Man könne sich diese als "inneres GPS" vorstellen, so Hansson. Damit könnten die seit Jahrhunderten im Raum stehenden Fragen, wie das Gehirn eine Karte des Raumes erzeugt und es uns ermöglicht durch eine komplexe Umgebung zu navigieren, endlich geklärt werden. "Es ist ein Preis für eine grundlegende Entdeckung dessen, wie unser Gehirn funktioniert", betont Hansson.

Bereits in den Siebziger Jahren entdeckte der britische Neurologe John O'Keefe bestimmte Zellen im Hippocampus, die dem Gehirn Auskunft über die aktuelle Position im Raum geben. Diese sind kompliziert vernetzt; unter anderem mit visuellen und gleichgewichtsspezifischen Hirnarealen. O'Keefe fand in weiteren Forschungen heraus, welchen immensen Informationsspeicher diese von ihm Ortszellen genannten Zellen haben. Daraus schloss er, ihre Aufgabe bestünde darin, im Kopf eine Art Karte der Umgebung zu formen. 2005 entdeckte das norwegische Ehepaar Moser dann sogenannte Rasterzellen, deren Aufgabe die Orientierung, etwa bei der Suche eines Weges, ist. In ihrer weiteren Arbeit erforschten die beiden inwiefern Orts- und Rasterzellen zusammenspielen und zeichnen damit erstmals ein Bild, wie unsere Orientierung funktioniert.

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