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Aktualisiert: 22:55 | 19. October 2017

Sturm der Entrüstung: Spanische Modekette ZARA provoziert mit Kindersheriffhemd

Logo von ZARA Quelle: www.zara.com Logo von ZARA

Berlin - Weil es bei einigen Kunden Assoziationen zur Kleidung der KZ-Häftlinge zu Zeiten des Nationalsozialismus weckte, erntete die spanische Billigmodekette Zara viel Protest auf Twitter. Dabei sollte das Oberteil für Jungen eigentlich eher an einen Sheriff erinnern. Die blauen Querstreifen auf weißem Grund mit einem sechszackigen gelben Stern auf der Brust zu kombinieren, war jedoch äußerst ungünstig. Zahllose Kunden beschwerten sich im Internet über das in ihren Augen unsensibel gewählte Design des Kinderhemds. "Vielleicht könnte jemand beim spanischen Modehaus Zara mal politische Bildung anbieten. Grundkurs für Geschäftsleitung und Belegschaft." schrieb einer der Kunden. Zu klein sei die Aufschrift "Sheriff" auf dem gelben Stern, zu sehr erinnerten die sechs Zacken an den Judenstern, das Streifenhemd an Häftlinge in KZs.

Das Modehaus reagierte umgehend und nahm sofort alle T-Shirts aus den Läden und seinem Onlineshop. „Das Shirt, auf das Sie sich beziehen, wird in unseren Läden nicht mehr verkauft. Das Design des Shirts war nur vom Sheriff-Stern inspiriert, wie er klassischerweise in den Wildwestfilmen vorkommt, so wie es im Text auf dem Shirt zu lesen ist“, schreibt das Unternehmen und entschuldigt sich auf Twitter für das Versehen. Erst vor zwei Wochen hatte das Unternehmen seine Kundschaft mit dem Aufdruck "white ist the new black“ verärgert. Auch dies wurde als rassistisches Statement von der Kundschaft umgehend mit viel Protest bestraft und anschließend aus dem Verkauf genommen. 2007 geriet das Unternehmen ebenfalls in die Schlagzeilen, nachdem eine Kundin auf ihrer Handtasche kleine grüne Hakenkreuze fand.

In regelmäßigen Abständen kommt es immer wieder zu solchen Skandalen mit angeblichem NS- oder sonstig rassistischem Bezug wie unlängst erst das Unternehmen Ariel feststellen durfte: dieses hatte zur Fußball-Weltmeisterschaft eine Sonderedition auf den Markt gebracht, welches ein Deutschland-Trikot mit dem Namen „Ariel“ und der Spielernummer 88 zeigt. Zusätzlich dazu sorgten die Aufdrucke, die auf die "neue Konzentration“ für „besondere Reinheit“ hinwies für Entrüstung. 88 würde in rechtsextremen Kreisen als codierte Grußformel für "Heil Hitler!" benutzt.

2012 stellte Adidas die Produktion eines Schuhes ein, weil die Sneakers mit Fußfesseln die Kunden ebenfalls empörten. Sie sahen darin eine Provokation gegen Afroamerikaner und kritisierten die Ignoranz gegenüber der Geschichte der Sklaverei des Unternehmens.

Letzte Änderung amFreitag, 29 August 2014 15:03

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