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Aktualisiert: 19:57 | 17. May 2021

Angela Merkel fordert mehr Gedenkstätten in Deutschland

  • geschrieben von Torsten Müller
  • Freigegeben in Politik
Bundeskanzlerin Angela Merkel Quelle: Bundesregierung / Foto: Bergmann, Guido Bundeskanzlerin Angela Merkel

Berlin - Laut Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe Deutschland viel Nachholbedarf in der Aufarbeitung der jüngeren deutschen Geschichte. Anhand von Ausländerhass und schwelendem Antisemitismus lasse sich feststellen, dass zu viele Deutsche zu wenig über die deutsche Geschichte wissen. In einem aktuellen Video-Podcast hat sich Merkel nun gegen den angeblich aufflammenden Judenhass gewandt. Merkel dazu wörtlich: „Antisemitismus darf in Deutschland keine Chance haben.“ Jeder verantwortliche Politiker müsse etwas gegen den Antisemitismus unternehmen, der laut Merkel zu einem gesamtgesellschaftlichen Problem geworden sei.

Das einzige Argument, das Merkel ins Feld führt, mit dem sie die besondere Verantwortung der Deutschen begründet, ist die sich aus der deutschen Geschichte ergebene Verantwortung. Daraus leite sich die Pflicht ab, sich „überall auf der Welt für Toleranz, für friedliches Miteinander-Leben, für Demokratie einzusetzen“.

Merkel sei besorgt, dass es in Deutschland keine einzige jüdische Einrichtung gibt, die nicht polizeilich bewacht wird. Inwieweit dies aufgrund von Übergriffen tatsächlich notwendig ist, darüber schweigt sie sich aus. Auch konstatiert sie als Problem, dass Ängste jüdischer Menschen „weggedrängt“ werden würden. Man müsse jedem Hinweis entschieden nachgehen.

Als Maßnahme gegen den vermeintlich zunehmenden Antisemitismus spricht sich Merkel für eine umfassendere Thematisierung der Judenverfolgung im Schulunterricht aus. Sie ist der Auffassung, dass alle Schüler Holocaust-Gedenkstätten besuchen müssten. Besonders mittlere Altersgruppen, die in der DDR sozialisiert wurden, hätten nur ein selektives Verständnis über das Dritte Reich. Es müsse angestrebt werden, „dass nicht nur einige, die sich interessieren, informiert sind“.

Am 14. September führt der Zentralrat der Juden eine Protestkundgebung gegen Judenhass am Brandenburger Tor in Berlin durch. Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Steh auf! Nie wieder Judenhass!“. Merkel hat sich bereit erklärt, auf dieser Kundgebung als Rednerin aufzutreten. Auch Bundespräsident Joachim Gauck hat sein Kommen angekündigt.

Dass dieser Judenhass vor allem von Moslems ausgeht, die durch Merkels verfehlte Ausländer- und Asylpolitik erst in Scharen nach Deutschland strömen, blendet sie wohlweislich aus. Besonders in Teilen der islamischen Parallelgesellschaft ist Hass auf Juden weit verbreitet.

Auch ist fraglich, ob der angeblich unter Deutschen schwelende Judenhass wirklich Judenhass, oder nicht vielmehr begründete Israel-Kritik ist. Angela Merkel, die das Existenzrecht Israels schon mehrfach als Teil der deutschen Staatsräson bezeichnete, scheint der Realität mit ihrer Pauschalisierung nicht gerecht zu werden. So lange Israel palästinensische Siedlungen mit Bulldozern zerstört und das Siedlungsgebiet der Palästinenser gewaltsam zersprengt, ist es nicht verwunderlich, dass Israel keine hohen Sympathiewerte unter den Deutschen aufweist.

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