Log in
Aktualisiert: 19:57 | 17. May 2021

Baden-Württemberg: "Demo für alle" gegen Bildungsplanänderungen spaltet CDU

  • geschrieben von Susanne Hagel
  • Freigegeben in Politik
BADEN WÜRTTEMBERG GROSSES LANDESSIEGEL BADEN WÜRTTEMBERG GROSSES LANDESSIEGEL

Stuttgart - Am Sonntag protestierten rund 1200 Menschen auf der "Demo für alle" in Stuttgart gegen die übertriebene Thematisierung von Sexualität in den neuen Bildungsplänen von Baden-Württemberg. Darunter auch Teilorganisationen der CDU: neben den Evangelischen Arbeitskreisen der CDU-Kreisverbände Heilbronn, Mannheim und Rems-Murr, nahm auch der landesweite CDU-Arbeitskreis "Christdemokraten für das Leben" am Bildungsplanprotest unter dem Motto "Ehe und Familie vor" teil.

SPD und Grüne forderten deshalb den CDU-Landeschef Thomas Strobl auf, die Rolle seiner Partei beim Protest zu klären. "Strobl hat die Gelegenheit, klarzumachen, ob er nur Modernität für seine Partei proklamiert oder ob diese auch gelebt wird", so die SPD-Generalsekretärin Katja Mast. Der Grünen-Landeschef Oliver Hildenbrand wendete sich in einem offenen Brief an Strobl, in welchem er diesen fragt, ob er die Meinung der Gegner der Bildungspläne teile, dass ihre Ziele eine "Umerziehung zur Homosexualität" und eine "Frühsexualisierung" der Kinder seien.

Strobl bemüht sich seit 2011 um ein moderneres Image der CDU. Er setzt sich deshalb vor allem für die Interessen von Frauen und Homosexuellen ein. Infolgedessen unterstützte Strobl auch als einer der ersten das Plädoyer von 13 Bundestagsabgeordneten für die steuerliche Gleichstellung homosexueller Partnerschaften.

Dass sich nun CDU-Teilorganisationen, darunter auch aus Strobls Heilbronner Kreisverband, "an die Seite von AfD und ultrakonservativen Verbänden und Personen stellten, für die allein die traditionelle Familie eine gute Familie und Homosexualität eine Krankheit sei", sei nicht hinnehmbar, so der Grünen-Politiker Hildenbrand. Christian Bäumler, CDU sagte, Strobl sei "über jeden Verdacht erhaben", die Offenheit der CDU, die besagt, dass "Toleranz gegenüber Menschen mit unterschiedlichen sexuellen Neigungen dem christlichen Menschenbild entspricht und auch gegen die Vermittlung von Akzeptanz gegenüber sexueller Vielfalt in der Schule nichts einzuwenden ist", nicht zu teilen.

Das Aktionsbündnis „Demo für alle“ wendet sich gegen den ihrer Meinung nach überzogenen Bildungsplan, der vorsieht Toleranz und Akzeptanz unter anderem gegenüber sexueller Vielfalt in einer "Leitperspektive" für den Unterricht an den Schulen zu verankern. Demnach solle fächerübergreifend von Beginn der ersten Klasse an, Sexualaufklärung in allen erdenklichen Formen in den Unterricht integriert werden. Mit Transparenten wie "Schützt unsere Kinder", "Recht auf Kindheit" und "Gender-Ideologie stoppen" protestierten Eltern und Großeltern gegen die vehement geforderte und als übergriffig empfundene Sexualisierung in der Schule. Neuen Rückenwind bekamen sie dabei vom Landesvorsitzenden des Philologenverbandes, Bernd Saur, der sich ebenfalls deutlich gegen eine "Pornografisierung der Schule" aussprach. "Einige Bundesländer wollen abstruse Vorstellungen einer modernen Sexualpädagogik im Bildungsplan der Schulen festschreiben", mahnt Saur.

Die Polizei konnte durch die Trennung der Demonstranten und der Gegendemonstranten mittels Absperrungen, Übergriffe verhindern. Während die Bildungsplangegner wie immer friedlich protestieren, wurden die Beamten von den vor allem aus der linken Szene stammenden Gegendemonstranten angespuckt und mit Stinkbomben beworfen. Nach eigenen Angaben erteilte die Polizei Mitgliedern linker Gruppierungen insgesamt sechs Platzverweise und stellte mehrere Gegenstände sicher.

Mostly Cloudy

2°C

Frankfurt

Mostly Cloudy

Humidity: 83%

Wind: 11.27 km/h

  • Mostly Cloudy
    03 Jan 2019 3°C -1°C
  • Cloudy
    04 Jan 2019 4°C 1°C