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Aktualisiert: 19:57 | 17. May 2021

Immer weniger Studenten sind Bafög-berechtigt

  • geschrieben von Torsten Müller
  • Freigegeben in Politik
Studenten sind immer weniger Bafög-berechtigt Bild: Saguntum.de Studenten sind immer weniger Bafög-berechtigt

Berlin - Vor allem wegen der Aussetzung der Wehrpflicht, aber auch wegen des zunehmenden Übergangs zum zwölfjährigen Abitur ist die Zahl der Studenten in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Das ist sicher gut für die deutsche Volkswirtschaft, aber birgt bei gleichbleibenden rechtlichen Verhältnissen große soziale Gefahren in sich.

Diese kamen nun ans Tageslicht. Im vergangenen Jahr bezogen deutlich weniger Studenten Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (Bafög). Trotz steigender Studentenzahlen sank die Zahl der Bafög-Bezieher im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 Prozent. Auch Schüler wurden deutlich weniger gefördert. Bei ihnen ging die Zahl der Förderungsberechtigten um satte fünf Prozent binnen eines Jahres zurück.

Der 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks zufolge wurde im Jahr 1991 jeder dritte, im Jahr 2012 jeder vierte Student gefördert. Die Höhe des individuellen Bafög-Satzes hängt von der Wohnsituation, dem eigenen Einkommen, aber vor allem vom Einkommen der Eltern ab. Insgesamt gaben Bund und Länder im Jahr 2013 3,2 Milliarden Euro für Bafög-Leistungen aus.

Trotz steigender Preise ist nicht nur die Zahl der geförderten Studenten gesunken, sondern auch der pro Person im Durchschnitt ausgezahlte Betrag.

Grund für diese besorgniserregende Entwicklung ist die Tatsache, dass die Einkommensgrenzen der Eltern, bis zu denen Studenten Bafög erhalten, seit mehreren Jahren nicht gesetzlich angepasst wurden, obwohl die Löhne gestiegen sind.

Der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks, Achim Meyer auf der Heyde sieht „dringenden Handlungsbedarf beim Bafög“. Er sieht als problematisch an, dass die Anpassung nicht automatisch mit der Entwicklung von Preisen und Einkommen erfolge, sondern mehrere Jahre auf sich warten lasse.

Wenn es nach der Bundesregierung geht, sollen die Einkommensgrenzen erst zum Herbst 2016 angehoben werden. Bemerkenswert ist die Formulierung, die Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) für die Maßnahme wählt. So solle das Bafög im Jahr 2016 der „Lebens- und Ausbildungswirklichkeit gerecht werden“.  Bis dahin werden die Zahlen der Förderungsberechtigten weiter sinken.      

Warum eine Bundesregierung ein Problem seit Jahren kennt, aber dennoch nicht behebt, bleibt nun ihr Geheimnis. Man kann nur hoffen, dass nicht allzu viele junge Menschen wegen des ihrer „Lebens- und Ausbildungswirklichkeit“ nicht gerecht werdenden Bafögs auf die Aufnahme eines Studiums verzichten müssen.

Letzte Änderung amMittwoch, 13 August 2014 15:14
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