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Aktualisiert: 19:57 | 17. May 2021

Massenschlägerei in Celle - wenn der Syrienkonflikt auf deutschem Boden ausgetragen wird

  • geschrieben von Susanne Hagel
  • Freigegeben in Politik
Massenschlägerei in Celle - wenn der Syrienkonflikt auf deutschem Boden ausgetragen wird Quelle: kybeline.com

Celle - Vergangene Nacht musste ein Großaufgebot der Polizei anrücken um in der niedersächsischen Kleinstadt Celle rund hundert Menschen, die an einer Massenschlägerei beteiligt waren, zu trennen. Hintergrund des Gewaltausbruchs sei, Polizeiangaben zufolge, der Syrienkonflikt. 

Den Aussagen zufolge seien bei der Prügelei unter rund 100 Muslimen und Jesiden, die aus unbekannten Gründen aufeinander trafen, und sich mit Fausthieben, Fußtritten und Schlägen mit allen greifbaren Gegenständen gegenseitig traktierten, fünf Personen verletzt worden, eine davon schwer. Die Polizei musste Verstärkung aus der gesamten Umgebung anfordern um mit einem Aufgebot von siebzig Beamten die beiden Parteien voneinander zu trennen. Gegen die Beteiligten wurde Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung und schweren Landfriedensbruchs gestellt.

Es ist nicht das erste mal, dass der Syrienkonflikt sich auf deutschen Straßen entlädt; Anfang August kam es im westfälischen Herford ebenfalls zu einer Massenschlägerei zwischen Muslimen und Jesiden. Aus einer bereits am Nachmittag stattgefundenen kleineren Prügelei zwischen 5 Jesiden und 6 Muslimen, deren Ursache ein Plakataufruf für eine Demonstration gegen das Vorgehen der Terrorgruppe IS in Irak und Syrien gewesen sei, entwickelte sich damals eine gigantische Massenprügelei. Am Ende standen sich rund 300 Jesiden und mehrere Gruppen von Muslimen, Salafisten und Anhängern der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) gegenüber und schlugen mit Fäusten, Tritten und Holzlatten aufeinander ein. Es flogen Steine und Flaschen. Der Polizei aus Ostwestfalen gelang es nur unter Zuzug von Polizeihundertschaften aus Bochum und Dortmund die beiden Parteien zu trennen.

Ebenfalls im August kam es aus eben solchen Gründen in einem Asylantenheim in Berlin-Marienfeld zu einer Prügelei zwischen rund 60 Jesiden und Muslimen.

Unterdessen gehen die Demonstrationen gegen die Terrororganisation IS und für Solidarität mit den Kurden in der umkämpften syrisch-türkischen Grenzstadt Kobane weiter. In Hamburg kam es dabei zu Zwischenfällen, nach einem unangemeldeten, aber zunächst friedlich verlaufenem Protestmarsch zum Rathausplatz. Auf dem Rückweg in Richtung Hauptbahnhof zerstörten einige Demonstranten mehrere Autos und einen türkischen Imbiss. Die Polizei nahm 14 Beteiligte in Gewahrsam.

Für die nächsten Tage sind weitere Demonstrationen, unter anderem in Berlin, geplant.

Letzte Änderung amDienstag, 07 Oktober 2014 16:11
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